Clinton gegen unabhängiges Taiwan
< 30.06.98, Focus >


US-Präsident Bill Clinton hat sich am Dienstag in Schanghai für eine friedliche Wiedervereinigung Chinas und Taiwans eingesetzt. In einer Diskussion mit Vertretern der Stadt machte er klar, daß die USA unverändert eine Unabhängigkeit Taiwans nicht unterstützten. "Wir unterstützen nicht die Unabhängigkeit Taiwans oder zwei Chinas beziehungsweise ein Taiwan - ein China", betonte er

Mit dieser ersten ausführlichen persönlichen Stellungnahme zu Taiwan auf chinesischem Boden kam Clinton einem Wunsch Pekings nach, das eine klärende Äußerung sowie die Einstellung amerikanischer Waffenlieferungen an Taipeh verlangt hatte. Der Sprecher des Außenministeriums, Tang Guoqiang, begrüßte die Erklärung Clintons.

Neben dem Gespräch am Runden Tisch stellte sich Clinton am Dienstag in einer Talkshow des Lokalsenders "Radio 990" Fragen der Hörer. Thema war in beiden Fällen Chinas Weg ins 21. Jahrhundert. Der Präsident warb erneut für das Konzept einer modernen Demokratie, die ihren Bürgern große politische Freiheiten gibt. Gleichzeitig äußerte er vor dem Hintergrund der chinesischen Geschichte Verständnis für die Furcht Pekings vor Instabilität.