Gedenken
an Massaker in China
< FOCUS,01.06 1998 >
In Hongkong haben etwa 2700 Menschen an die blutige Niederschlagung der chinesischen Demokratiebebewegung vor neun Jahren erinnert. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot sammelten sie sich am Sonntag im Victoria-Park zu einem Demonstrationszug.
Studenten brachten ein Bronze-Mahnmal an die Opfer des Massakers auf dem Pekinger Platz des Himmlischen Friedens mit, das als "Säule der Schande" von einem dänischen Bildhauer geschaffen wurde.
In Sprechchören riefen die Demonstranten: "Vergeßt nicht den 4. Juni - beendet die Einparteienherrschaft in China." Bei der dreistündigen Kundgebung wurde auch symbolisch mit einem Sarg an die Opfer des Massakers erinnert.
Unterdessen verlangten 21 chinesische Dissidenten in einem offenen Brief an die Führung der Kommunistischen Partei, daß die Verantwortlichen für das Massaker auf dem Tiananmen-Platz am 4. Juni 1989 zur Rechenschaft gezogen werden. Die Unterzeichner forderten in dem am Sonntag
vom Informationszentrum Menschenrechte verbreiteten Brief die Errichtung eines Denkmals für die mehreren hundert Todesopfer. Ihre genaue Zahl wird von den Streitkräften geheimgehalten.