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Europa darf nicht schweigen zu Chinas Staatsterror gegen Uiguren und Tibeter


Nach den Terroranschlägen in den USA hat China seine Mitarbeit in der globalen Anti-Terror-Koalition angeboten. Die USA äußerten sich sehr zufrieden über erste Konsultationen mit chinesischen Sicherheitsexperten. Für die Kooperation wird jedoch auch eine Gegenleistung erwartet. Nach Jahren massiver Kritik des Westens an Menschenrechtsverletzungen in China, müsse die Weltöffentlichkeit nun endlich verstehen, wie wichtig die Terrorismusbekämpfung im Reich der Mitte sei, argumentieren die Machthaber in Peking. Als Terroristen sieht Chinas Führung nicht nur die kleine Minderheit gewaltbereiter Uiguren an, die im Nordwesten Chinas für einen unabhängigen Staat kämpfen, sondern auch die breite Mehrheit der friedlich für die Erhaltung ihrer Kultur und Religion eintretenden muslimischen Uiguren und buddhistischen Tibeter.

Durch seine bereitwillige Kooperation könnte Peking erreichen, dass westliche Regierungen der Menschenrechtsfrage weit weniger Bedeutung beimessen als bisher. Dies käme auch einigen deutschen Politikern und der Wirtschaft entgegen, die seit Jahren kritisieren, dass Menschenrechtler den Ausbau der Wirtschaftsbeziehungen mit China behindern würden. Doch die Lage der Menschenrechte im chinesischen Herrschaftsbereich ist katastrophaler als je zuvor in den letzten 30 Jahren.

Mit beispielloser Repression gehen die chinesischen Sicherheitskräfte gegen Uiguren, Tibeter, Mongolen, Falun Gong-Anhänger und die Demokratiebewegung vor. Mindestens 170 Falun Gong-Praktizierende starben seit dem Verbot der Glaubensgemeinschaft im Juli 1999 eines gewaltsamen Todes in Polizeistationen und Gefängnissen. In China werden mehr Menschen zum Tode verurteilt als insgesamt in allen anderen Ländern der Welt. Allein seit April 2001 wurden bereits mehr als 1.800 Menschen hingerichtet. Wer demokratische Parteien aufbaut oder Meinungsfreiheit im Internet praktizieren möchte, muss mit langjährigen Haftstrafen rechnen. Allein in den letzten Monaten wurden mehr als 8.000 Internet-Cafés von den Behörden geschlossen.

Besonders schlimm ist die Lage der Uiguren und Tibeter. Im Rahmen einer Umerziehungskampagne wurden in Tibet seit 1996 mehr als 12.000 buddhistische Nonnen und Mönche aus ihren Klöstern ausgewiesen. Schriftlich müssen sie sich von ihrem religiösen und weltlichen Oberhaupt, dem Dalai Lama, distanzieren. So versuchen die Machthaber in Peking systematisch, den Einfluss des Dalai Lama zu verringern.

In Xinjiang / Ostturkestan im Nordwesten des Landes hat die Repression nach dem 11. September 2001 deutlich zugenommen. Neue Polizei- und Armeeeinheiten wurden in der Region stationiert. Willkürlich gehen die chinesischen Sicherheitskräfte gegen Uiguren vor: Immer wieder gibt es Massenverhaftungen. Fast täglich werden Exekutionen durchgeführt. Seit 1999 wurden mindestens 280 Uiguren aus politischen Gründen zum Tode verurteilt und hingerichtet. Der Bau von Moscheen ist seit Jahren verboten. Wer illegal islamische Gottesdienste organisiert, riskiert langjährige Haftstrafen.

Systematisch fördern die Behörden die Ansiedlung von Han-Chinesen, um die Bevölkerungsstruktur in der Region zu ändern und jedes Aufbegehren der Uiguren im Keim zu ersticken. Im Rahmen eines groß angelegten Programms zur Erschließung der Westprovinzen sowie ihrer Bodenschätze werden gezielt Han-Chinesen angeworben. Diese Arbeitskräfte werden in Tibet und Ostturkestan eingesetzt. Reiche Erdöl- und Erdgasvorkommen sollen mit Hilfe ausländischer Investoren abgebaut werden. Shell, Exxon und andere internationale Öl-Konzerne wollen sich am Bau einer 4.200 Kilometer langen Erdgaspipeline von Ostturkestan in die Industrieregionen im Osten Chinas beteiligen.

Seit Jahren warnt die GfbV mit öffentlichkeitswirksamen Menschenrechtsaktionen, Presseerklärungen, Memoranden und Reporten vor einer Eskalation der Gewalt in Ostturkestan. Immer wieder appellierten wir an europäische Regierungen und die chinesische Führung, die dramatische Lage der Uiguren nicht länger zu ignorieren und sich für eine friedliche Lösung einzusetzen. Wir organisierten Tagungen und internationale Konferenzen, um auch unter Uiguren für Versöhnung und ein gewaltfreies Engagement für ihre Menschenrechte zu werben. Mit einer Protestkampagne appellieren wir zur Zeit an internationale ölkonzerne, sich nicht an der Plünderung der Rohstoffe gegen den Willen der unterdrückten Uiguren und Tibeter zu beteiligen. Wir befürchten eine noch dramatischere Zuspitzung der Gewalt, da China jeden Widerstand der Uiguren mit noch größerer Brutalität niederschlagen wird.

Bitte unterstützen Sie unser Engagement für Menschenrechte der Uiguren, Tibeter und anderer unterdrückter Gruppen in China mit einer Spende auf das Konto Nummer 1909 bei der Sparkasse Göttingen, BLZ 260 500 01

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