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Russland und Pakistan sind im "Krieg
gegen den Terror" die Verlierer
USA, China und Indien bestimmen neue
geopolitische Lage in Asien -
Brennpunkte
Von Peter Scholl-Latour
Zuversicht in Neu-Delhi. In der Umgebung
des Regierungschefs Atal Behari
Vajpayee, der sich nicht nur auf
fanatische Hinduisten stützt, ist man zu
folgender Analyse der amerikanischen
Politik auf dem Subkontinent gekommen:
Zunächst solle die Position des durch
seinen anti-islamistischen Kurs stark
gefährdeten pakistanischen
Militärmachthabers Pervez Musharraf nach
Kräften gestützt werden; gleichzeitig
sei sich Washington bewusst, dass auf
die Interessen des indischen Giganten
vor allem im Hinblick auf die
strategische Eindämmung Chinas Rücksicht
genommen werden müsse. Daraus ergebe
sich die Konsequenz, dass ein
indisch-pakistanischer Krieg, der
sämtliche Ergebnisse des
Afghanistan-Feldzuges zunichte machen
würde, mit allen Mitteln verhindert
werden solle.
Diese Erkenntnisse haben für Neu-Delhi
jedoch nicht zur Folge, dass der Druck
auf Islamabad verringert wird. Die
indischen Medien fahren fort, die
muslimischen Mudschaheddin in Kaschmir
als "Terroristen" anzuprangern. Was
Präsident Musharraf betrifft, so erregt
die Vorstellung, er könne sich als
"neuer Atatürk" erweisen und sein
Staatsgebilde auf den Kurs eines
aufgeklärten Laizismus bringen, Skepsis,
ja Erheiterung. Pakistan ist nicht die
post-osmanische Türkei, und die Republik
von Islamabad besitzt seit ihrer
Gründung keine andere "raison d'être"
als den Islam. Vielleicht könnte manchen
hinduistischen Politikern ein Sturz
Musharrafs sogar gut ins Konzept passen.
Dann würde nämlich Pakistan fast
unweigerlich zum Spielball
fundamentalistischer Kräfte, und die USA
wären mehr denn je darauf angewiesen,
dem indischen Partner den Vorzug zu
geben.
Weit mehr, als es die optimistischen
Äußerungen von US-Außenminister Colin
Powell vermuten lassen, ist sich
Washington der Unwägbarkeiten in
Süd-Asien bewusst. Das Pentagon hat die
Lagerung der pakistanischen
Atom-Sprengköpfe geortet, um sie im
Notfall durch gezielte Kommando-Aktionen
zu neutralisieren. Das pakistanische
Oberkommando hat darauf reagiert, indem
es einen Teil dieses nuklearen
Potenzials möglichst weit entfernt von
den US-Basen und den Flugzeugträgern der
US-Navy in die entlegene Himalaya-Region
von Gilgit transportieren ließ - nahe
der Grenze zu China. Peking galt bislang
als verlässlicher Verbündeter Pakistans,
aber die Beziehungen zu Islamabad haben
sich abgekühlt, seit Musharraf sich fast
jeder amerikanischen Forderung gebeugt
hat. Trotzdem ist unlängst eine
Schiffsladung chinesischer
Kampfflugzeuge in Karatschi
eingetroffen.
Das Reich der Mitte nimmt derzeit eine
behutsam abwartende Haltung ein.
Präsident Jiang Zemin stimmt in den Chor
des Anti-Terrorismus bereitwillig ein,
erlaubt ihm diese Kampagne doch, die
eigene muslimische Minderheit der
Uiguren, aber auch die beunruhigenden
Aktivitäten der mystischen
Falun-Gong-Bewegung in Schach zu halten.
In Delhi war vor wenigen Tagen Chinas
Ministerpräsident Zhu Rongji zu Gast,
eine bemerkenswerte Geste der
Annäherung, zumal die letzte
gleichrangige Visite elf Jahre
zurückliegt. Der Regierungschef aus
Peking bemühte sich offiziell um den
Ausbau der wirtschaftlichen
Zusammenarbeit mit Indien, verwies im
vertrauten Gespräch mit seinem Kollegen
Vajpayee jedoch warnend auf den
Unilateralismus und den Hegemonialwillen
der amerikanischen Supermacht.
Aus Sicht der indischen Diplomatie kann
man heute bereits zwei Verlierer des
erfolgreichen US-Engagements in
Afghanistan erkennen: Moskau und
Islamabad. Pakistan hat jeden Einfluss
auf die politische Gestaltung in Kabul
und vermutlich auch seinen Anspruch auf
Kaschmir bereits verloren. Russland
wiederum hat die Schaffung von mächtigen
US-Stützpunkten in Usbekistan und
Kirgistan nicht verhindern können. Damit
habe Wladimir Putin, so indische
Diplomaten, nicht nur den strategischen,
sondern auch den wirtschaftlichen
Ambitionen Washingtons - es geht um
Erdgas und Petroleum - zwischen
Kaspischem Meer und Hindukusch freien
Lauf gelassen. Aus dem Pentagon klingt
heute im Hinblick auf Zentral-Asien die
Parole: "We are here to stay." Davon war
zu Beginn des weltweiten Kampfes gegen
den Terrorismus nicht die Rede gewesen.
Die
Welt Datum: 2002-01-20 -
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© ETIC
21/01/2002 09:30 Published By A. Karakash |
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